Definition des Produktlebenszyklus

Ein Produktsystem umfasst die Gesamtheit aller Prozesse, die mit der Herstellung, Nutzung und Entsorgung eines Produkts entlang seines Lebensweges verbunden sind. Diese Phase liefert eine klare Beschreibung des analysierten Produkts einschließlich seiner Funktionen.

Sobald die wesentlichen Anforderungen und ein erstes Untersuchungsobjekt definiert sind, kann der Untersuchungsrahmen festgelegt werden.

Ein Produktsystem beschreibt die Prozesse und Abläufe im Zusammenhang mit einem Produkt. Der Lebenszyklus eines Produkts besteht im Allgemeinen aus den folgenden Phasen:

  1. Rohstoffbeschaffung und Vorproduktion: Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen
  2. Produktion: Herstellung des Produkts
  3. Distribution: Verpackung und Vertrieb an den Verbraucher
  4. Nutzung: Verwendung und Wartung des Produkts
  5. Entsorgung: Wiederverwendung, Recycling oder Entsorgung

Die visuelle Darstellung in Form eines Systemfließbildes unterstützt die Identifizierung der Input/Output-Ströme in den verschiedenen Produktlebensphasen. Ein solches Systemfließbild ist ein einfacher Weg, um den Lebenszyklus zu visualisieren und die Daten zu strukturieren – vom Input über die Prozesse bis zum Output und der Entsorgung.

Beim Definieren des Produktlebenszyklus ist es wichtig, nicht nur die Inputs (z. B. Rohstoffe, Hilfsstoffe, Energie) zu betrachten, sondern auch alle relevanten Outputs und Ausflüsse mitzudenken. Dazu gehören neben dem eigentlichen Produkt auch Nebenprodukte, Emissionen (z. B. in Luft, Wasser, Boden) und Abfälle, die in den einzelnen Lebenszyklusphasen entstehen.

Ziel_0.3

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Case Study / 1.2 Definition des Produktsystems

Identifizierung des Produktsystems - Die verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus, z.B. des elektrischen Wasserkochers, müssen identifiziert werden.

Die Lebenszyklusphasen sind:

  1. Rohstoffproduktion: Beschaffung aller Rohstoffe, die für die Produktion des Wasserkochers verwendet werden, z.B. Kunststoffe, Edelstahl, Pappe, Kupferdrähte, Heizelement.
  2. Produktion: Einsatz von Energie und Rohstoffen zur Umwandlung der Materialien in Komponenten und die Montage des Wasserkochers als Endprodukt.
  3. Distribution: Der fertige Wasserkocher wird an die Verkäufer und Kunden geliefert. Die Produkte werden zur Verwendung an die Bestimmungsorte transportiert.
  4. Nutzung: Über die gesamte Lebensdauer des Wasserkochers wird Wasser mit elektrischem Strom erhitzt.
  5. Entsorgung: Nach Ablauf der Lebensdauer des Wasserkochers wird dieser soweit möglich zerlegt und die Einzelteile werden recycelt, wiederverwendet oder entsorgt, wobei die Entsorgung durch Deponierung oder Verbrennung erfolgen kann

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Praxistipp: Mithilfe eines leeren Templates des Systemfließbilds kann in einem Arbeitstermin das Produkt über alle Lebenszyklusphasen tiefer gelegt werden. Hier lässt sich gut diskutieren welche Schritte in den einzelnen Phasen notwendig sind, wo bereits gute Transparenz herrscht und an welchen Stellen weitere Details abgefragt werden müssen. Einfacher ist es auf einer übergeordneten Ebene zu starten und das Bild dann Schritt für Schritt auch mit Experten zu detaillieren.

Auch Hilfsstoffe, die in der Produktionsphase eines Produkts eingesetzt werden, sind für die Lebenszyklusbetrachtung relevant. Ein Beispiel ist Schmieröl bei Metallschneide- oder Bearbeitungsprozessen: Ein Teil des Öls zersetzt sich oder verdunstet, während der restliche Anteil zurückbleibt, aufbereitet und erneut verwendet werden kann. In der Bestandsaufnahme wird dies als Aufteilung erfasst, bei der ein Teil des Inputs in Emissions- bzw. Abfallströme übergeht und der verbleibende Teil als Materialstrom in den nächsten Prozess einfließt

Checkliste:

  • Haben wir den Produktlebenszyklus vollständig beschrieben?
  • Haben wir das Systemfließbild erstellt?
  • Werden die Hilfsstoffe berücksichtigt?