In diesem Schritt wird die passende Berechnungsmethode für die Wirkungsabschätzung (LCIA – Life cycle impact assessment) bestimmt, um die erfassten Material- und Energieflüsse in Umweltwirkungen umzuwandeln.
Mithilfe der Wirkungsabschätzungsmethode werden alle Material- und Energieflüsse des Produktsystems in Umweltwirkungen umgerechnet. Für die Umrechnung in Umweltwirkungen werden diese Flüsse mit passenden Emissionsfaktoren aus Datenbanken (z. B. ecoinvent, GaBi) oder von Lieferanten multipliziert.
Prinzip der Berechnung:
Aktivitätsdaten × Emissionsfaktor = Umweltwirkung (z. B. CO₂-Emissionen).
Beispiel Strom:
100 kWh Stromverbrauch × 0,4 kg CO₂e/kWh = 40 kg CO₂e
Die so berechneten Umweltwirkungen werden anschließend den jeweiligen Wirkungskategorien (z. B. Klimawandel, Versauerung, Eutrophierung) zugeordnet. Dabei werden die Material- und Energieflüsse des Produktsystems verschiedenen Wirkungskategorien zugeordnet. Typischerweise erfasst ein LCA 15-20 Wirkungskategorien. Die Anzahl der Wirkungskategorien sind abhängig von Bewertungsmethode, Ziel der Studie und genutzter Norm. Exemplarisch einige der relevantesten Wirkungskategorien:

Bevor die Datensammlung und die eigentliche Berechnung erfolgt, sollte überlegt werden, welche Wirkungskategorien für die eigene Fragestellung relevant sind. In manchen Fällen reicht es aus, nur die Kategorie Klimawandel (z.B. für einen Product Carbon Footprint) zu betrachten. In einem umfangreichen LCA sind jedoch weitere Wirkungskategorien einzubeziehen. Unter dem Kapitel 4.1 Auswertung der Ergebnisse gibt es auch nochmal eine Hilfestellung zur Interpretation der einzelnen Kategorien.
Es gibt unterschiedliche LCIA-Methoden, die sich darin unterscheiden, wie die einzelnen Wirkungskategorien berechnet und gewichtet werden.
Wichtige Überlegungen zur Auswahl einer LCIA-Methode
Die in der LCIA ausgewählten Wirkungskategorien sollten mit den Zielen des Life Cycle Assessment übereinstimmen und alle relevanten Umweltbelange abdecken. Die Auswahl einer LCIA-Methode hängt von mehreren Faktoren ab:
Eine detailliertere Übersicht über die Auswahl der Berechnungsmethode finden Sie im Appendix C.

Auswahl einer LCI-Datenbank
LCI-Datenbanken sind Sammlungen von Emissionsfaktoren von Materialien und Prozessen im Lebenszyklus eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Systems. Sie liefern Informationen über den ökologischen Fußabdruck von Materialien und Prozessen und unterstützen LCA-Studien, wenn direkte Messungen nicht möglich sind.
LCI Datenbanken können wie folgt unterschieden werden:
Grundsätzlich unterscheidet man bei den Sachbilanzdaten zwischen:

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Case Study | 2.1 Auswahl der Berechnungsmethode und von der Datenbank
Auswahl der LCIA-Methode
Deshalb wird die Environmental Footprint (EF)-Methode der EU-Kommission verwendet.
Auswahl der Datenbank
Hintergrunddaten zu Materialien, Energieverbrauch und Transportprozessen wurden aus der Ecoinvent v2.2-Datenbank entnommen. Etwaige Datenlücken wurden mit Hilfe von öffentlich verfügbaren Datenbanken und Literatur ergänzt
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Praxistipp: Wir empfehlen die Anwendung der Environmental Footprint Methode EF 3.1, da sie von der EU empfohlen wird und zukünftig eine Vereinheitlichung der Berechnung von Life Cycle Assessments ermöglichen soll. Seit 2024 ist die EF 3.1 Methode verpflichtend für alle zertifizierten Umweltproduktdeklarationen (EPDs), um eine bessere Vergleichbarkeit zu schaffen. Bei der Auswahl der passenden Datenbanken empfiehlt es sich, branchenspezifische Datenbanken genauer zu prüfen. Zwei der am häufigsten genutzten kommerziellen Datenbanken sind Ecoinvent und GaBi, die aufgrund ihres umfangreichen und vielseitigen Datenangebots in vielen Branchen Anwendung finden.
Checkliste