In der Wirkungsabschätzung werden die Umweltauswirkungen des Produktes basierend auf der Sachbilanz berechnet, wobei verschiedene Tools und Softwarelösungen unterstützen. Die Entscheidung für das passende Tool ist von mehreren Kriterien und Anforderungen abhängig.
Bei der Auswahl eines geeigneten Tools ist es wichtig die eigenen Anforderungen, Bedürfnisse und die gewünschten Funktionalitäten zu kennen und zu erfassen. In der Plattform im LCA-Fragebogen unter dem Punkt Softwareauswahl steht ein Software Canvas als Template zur Verfügung. Es erleichtert die bereichsübergreifende Zusammenarbeit mit allen relevanten internen Stakeholdern und hilft dabei, die dringendsten Anforderungen sowie daraus abgeleitete Funktionen zu identifizieren. Darüber hinaus unterstützt das Canvas dabei, gemeinsam Ideen für eine optimierte zukünftige Systemlandschaft zu entwickeln und so die Auswahl der am besten passenden Lösung zu erleichtern.

Grundsätzlich sind folgende Kriterien sind für die Auswahl relevant und sollten bei der Toolauswahl entsprechend evaluiert werden:
Der Markt bietet eine Vielzahl an LCA-Tools, die die Berechnungen vollständig übernehmen. Im Folgenden werden einige dieser Tools vorgestellt und die zugrunde liegenden Kriterien näher erläutert.
Eine grobe Charakterisierung der genannten Tools:
Für eine wissenschaftliche Anwendung können besonders SimaPro und Sphera unterstützen. Falls eine geringe Investition für die Software gewünscht ist, ist Open LCA eine hilfreiche Option. Wenn die Visualisierung im Vordergrund stehen soll, beispielsweise für eine übersichtliche Präsentation, kann Umberto die richtige Lösung sein.
Neuere LCA-Lösungen sind greenly und Ecochain, welche sich auf die Durchführung von Life Cycle Assessment in Unternehmen fokussieren.
Bei diesen Tools handelt es sich vor allem um bereits am Markt etablierten Softwarelösungen. Daneben gibt es auch branchenspezifische Tools, die auf die besonderen Anforderungen einzelner Industriezweige zugeschnitten sind. Zusätzlich gewinnen sogenannte Screening-LCAs zunehmend an Bedeutung, dabei handelt es sich um vereinfachte LCAs, die mit weniger Detailtiefe und Aufwand einen ersten Überblick über die wesentlichen Umweltwirkungen des Produkts liefern. Neue Anbieter, die sich auf Product Carbon Footprints spezialisieren, sowie integrierte Lösungen im Produktdesign (z. B. Makersite integriert in PLM Systeme wie Siemens Teamcenter), kommen ebenfalls verstärkt zum Einsatz. Auf der anderen Seite starten viele KMUs, besonders wenn der Fokus rein auf den CO2-Emissionen liegt, oft mit einfachen Berechnungen in Excel.
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Case Study | 3.1 Toolauswahl Für die Berechnung und die Visulisierung des Wasserkochermodells, wurde die Software OpenLCA verwendet. Für die Wahl der passenden Software wurden OpenLCA und Gabi als Möglichkeit betrachtet:
Aufgrund der Budgetrestriktionen und dem notwendigen Support für die Ökobilanz Durchführung, ist die Entscheidung auf OpenLCA gefallen.
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Praxistipp: Die Entscheidung für ein LCA-Tool kann durch angebotene Tutorials vereinfacht werden. Oftmals ist eine kostenlose Lizenz über einen bestimmten Zeitraum verfügbar, um die Software vor der Durchführung eines Life Cycle Assessments auf die individuellen Anforderungen zu prüfen.
Die Vergleichsplattform ESRS Services (https://esrs-services.de/esg-unternehmen/) kann ebenfalls bei der Auswahl von Softwarelösungen unterstützen. Die Plattform liefert einen transparenten Vergleich von ESG- und Nachhaltigkeitslösungen, u.a. Softwarelösungen für LCAs. .
Checkliste: