Dieser Schritt zielt darauf ab, die Ergebnisse des Life Cycle Assessment zu vergleichen, zu bewerten und gezielt Optimierungspotenziale zu identifizieren.
Mithilfe von Szenarioanalysen kann man untersuchen, wie sich Änderungen an Materialien, Prozessen oder Annahmen auf das Ergebnis auswirken. So lässt sich herausfinden, welche Maßnahmen bspw. im Produktdesign einen Unterschied machen – z. B. ob der Einsatz eines alternativen Materials oder eine Umstellung im Transportmittel die Umweltbilanz verbessert.
Dieser Schritt kann, insbesondere bei umfangreichen oder strategisch wichtigen Produkten, auch als eigenständiges Folgeprojekt nach Abschluss des LCAs aufgesetzt werden. So lässt sich der Fokus gezielt auf die Nutzung der LCA-Ergebnisse für Produktoptimierung und den Übergang zur Kreislaufwirtschaft legen.
Prüfung von Verbesserungsmaßnahmen
Erste Ansätze für mögliche Verbesserungen können direkt aus den identifizierten Hotspots abgeleitet werden. Dabei wird für jede mögliche Maßnahme analysiert, welche Umweltwirkung verbessert werden könnte und welche Lebenszyklusphase betroffen ist. Typische Beispiele sind Materialsubstitutionen, Effizienzsteigerungen, Änderungen im Verpackungsdesign oder Optimierungen in der Logistik.
Typische Fragestellungen zur Ideengenerierung:
Durchführung von Szenarioanalysen:
Hier werden alternative Varianten des Produkts oder der Prozesse modelliert, um zu verstehen, wie sich die Veränderungen auf die Umweltwirkungen auswirken. Diese Szenarien können einzelne Maßnahmen (z. B. Austausch eines Materials) oder Kombinationen von Maßnahmen beinhalten. Durch das Modellieren mehrerer Szenarien entsteht ein realistisches Bild möglicher Verbesserungswege.
Bewertung der Machbarkeit und Berechnung von Business Cases
Dieser Schritt ist entscheidend, um zu ermitteln, welche Verbesserungsmaßnahmen sowohl wirtschaftlich sinnvoll als auch organisatorisch und technisch umsetzbar sind. Für jede Maßnahme wird geprüft:
Um die Ergebnisse der Bewertung übersichtlich und adressatengerecht darzustellen, hat es sich bewährt, für jede Maßnahme einen OnePager zu erstellen. Dieser fasst die wichtigsten Informationen zu Machbarkeit, Kosten, Nutzen und ökologischer Wirkung zusammen und erleichtert so die Kommunikation und Entscheidungsfindung im Unternehmen.
Entscheidungen zu Verbesserungsmaßnahmen werden auf unterschiedlichen Ebenen getroffen, z. B. in der Geschäftsführung, im Management, in Entwicklung, Einkauf, Produktion, Vertrieb oder Marketing. Jede Abteilung hat dabei eigene Informationsbedarfe und Einflussmöglichkeiten. Es ist wichtig zu klären, was die jeweiligen Entscheider benötigen, um Maßnahmen zu unterstützen, wer Co-Benefits identifizieren kann (z. B. Innovationsmanagement, Center of Excellence) und wer als Sponsor gewonnen werden kann. Ziel ist es, alle relevanten Stakeholder frühzeitig einzubinden, zu informieren und zu befähigen, damit sie die Ergebnisse in ihrer Arbeit berücksichtigen und aktiv zur Umsetzung beitragen können.
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Praxistipp: In der Praxis hat sich ein gemeinsamer Workshop mit Produktentwicklung, Einkauf, Produktion und Nachhaltigkeitsteams bewährt. Dort werden Hotspots in einem interaktiven Format vorgestellt und Maßnahmen gesammelt, priorisiert und in Szenarien übersetzt. Häufig hilft es, mit einfachen Ampelbewertungen zu beginnen – dabei werden Maßnahmen oder Bereiche nach dem Prinzip „rot-gelb-grün“ hinsichtlich ihrer Dringlichkeit oder Umsetzbarkeit eingestuft –, bevor detailliertere Analysen durchgeführt werden. Ein weiterer Praxisansatz ist die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten, da Verbesserungen wie Materialsubstitutionen oder Recyclinganteile oft nur gemeinsam umsetzbar sind.
Checkliste: